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Neue Technologien zur Erkundung von Altlasten - Stand der Technik und Entwicklungsmöglichkeiten

Abstract:

Die Sanierung von Altlasten stellt heute, vor allem bei einer Handänderung oder Neu- bzw. Umnutzung grosser Industrieareale, sowohl technisch als auch wirtschaftlich, eine grosse Herausforderung an alle Beteiligte dar. Kostenschätzungen für Sanierungs- oder Sicherungsmassnahmen einer Altlast sind in der Praxis häufig mit grossen Unsicherheiten verbunden. Investoren sind somit nicht in der Lage, den Wert eines belasteten Standortes mit dem Wert eines Standortes auf der grünen Wiese realistisch zu vergleichen. Neue Standorte werden auf der „grünen Wiese“ errichtet, was dem Leitsatz der Nachhaltigkeit nicht entspricht. Das Ziel einer neuen Technologie zur Erkundung von Altlasten ist, eine Methode zu entwickeln, die es ermöglicht, ohne umfangreiche, häufig teure Beprobungen die Altlastensituation zu erfassen und die Sanierungskosten realistisch abschätzen zu können. Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, einerseits den „status quo“ der heutigen Praxis in der Altlastenuntersuchung und Bewertung darzustellen, andererseits aufzuzeigen, ob die Entwicklung einer solchen Technologie prinzipiell denkbar ist und, wenn ja, eine Entscheidungshilfe zu liefern, ob diese Entwicklung weiter verfolgt werden soll oder nicht. Die umfangreiche Darstellung des „Standes der Technik“ auf 28 Merkblättern und die anschliessende Umsetzung verschiedener Kombinationsmethoden auf vier Modellstandorte zeigt zum einen, dass weder mit einer Methode allein noch mit den gewählten Kombinationen eine zuverlässige Aussage über die Belastung des Standortes und den Sanierungsaufwand gemacht werden kann. Zum anderen, dass es derzeit nicht möglich ist, auf direkte Erkundungsmethoden mit anschliessender Probennahme und Analytik, wie sie heute in der Praxis am häufigsten angewendet werden, zu verzichten. Auch in Zukunft sind noch erhebliche Forschungsaufgaben zu bewältigen, um die Präsenz und das Verhalten von Schadstoffen in vielfältigen geologischen und hydrogeologischen Untergrundverhältnissen realistisch und kostengünstig ermitteln zu können. Dies gilt nicht nur für neue Methodenansätze, sondern auch für bereits erfolgreich eingesetzte Erkundungsmassnahmen. Die Vision, ein Gerät zu entwickeln, das in der Lage ist, während des Begehens einer Altlast die vorhandenen Belastungen und den notwendigen Sanierungsaufwand auf 95% genau anzugeben, liegt derzeit sicherlich noch in weiter Ferne.

Authors:

Wotschke, Peter and Hermanns Stengele, Rita

Index Terms:

Soil; contaminated sites; SoilGroup; ClayGroup; Hermanns Stengele, Rita; Wotschke, Peter

Further Information:

Date published: 01.06.2001