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Beständigkeit mineralischer Dichtwandmassen gegenüber Sickerwasser aus Altlasten

Abstract:


Ein Verfahren zur Sicherung vorwiegend grosser Altlasten besteht in ihrer Einkapselung mit Dichtwänden. Eine solche vertikale Umschliessung ist besonders dann gut geeignet, wenn unter der Deponie natürliche, gering durchlässige Bodenschichten anstehen, in die die Dichtwände einbinden. Diese Dichtwände werden in der Regel im vielseitigen und kostengünstigen Schlitzwandverfahren hergestellt. Die dabei eingesetzten Dichtwandmassen müssen auch beständig gegenüber dem Angriff von Sickerwassern aus den Altlasten sein. Die Zusammensetzung und die Eigenschaften von mineralischen Dichtwandmassen werden in jedem Einzelfall in Laborversuchen bestimmt. Im Rahmen einer Güteüberwachung werden diese Eigenschaften auf der Baustelle überprüft. Im Rahmen dieses Beitrages werden die Ergebnisse von Forschungsarbeiten zur chemischen Beständigkeit von Dichtwandmassen sowie die Ergebnisse baustellenbezogener Eignungs- und Güteprüfungen vorgestellt.

Im Einphasenverfahren wird der Schlitz mit den Spezialwerkzeugen der Schlitzwandbauweise (Greifer, Meissel) abschnittsweise ausgehoben. Die vertikalen Erdwände werden während des Bodenaushubs durch eine Bentonit-Zementsuspension (Dichtwandmasse) gestützt. Diese Dichtwandmasse verbleibt nach Beendigung des Bodenaushubs im Schlitz und erhärtet langsam durch den Zementanteil. Bei Wandtiefen bis ca. 12 m können Dichtwände kontinuierlich in Einphasenverfahren hergestellt werden. Der abschnittsweise Bodenaushub wird hierbei durch den kontinuierlichen Aushub mit einem Tieflöffelbagger ersetzt. Es entsteht eine fugenlose Wand, die durch den grossen Baufortschritt besonders wirtschaftlich ist. Querschnittsschwächungen am Überschnitt von Lamellen, wie sie beim Aushub mit Schlitzwandgreifern noch möglich sind, treten nicht auf, da es keine Einzellamellen gibt.

Es folgten Versuche, Füllstoffe wie Steinmehl, Tonmehl oder Flugasche zuzugeben. Nach erfolgreichen Laborversuchen wurde 1980 erstmals eine Calciumbentonitmischung auf einer Baustelle erprobt. Die Problematik der Einkapselung von Altlasten mit Dichtwänden führte in den letzten Jahren zur Entwicklung immer feststoffreicherer Dichtwandmassen, die noch im Einphasenverfahren verarbeitet werden können.

Authors:

Hermanns, Rita and Meseck, Holger

Index Terms:

Clay; ClayGroup; remediation; encapsulation; slurry walls; contaminated sites; barriers; Ton; Einkapselung; Dichtwande; Barrieren; Altlasten; Sickerung; Sanierung; Meseck, Holger

Further Information:

Date published: 1988